Unteres Sprunggelenk

Das untere Sprunggelenk ist ein Schlüsselgelenk des Fußes.

Dieses Gelenk verbindet das Sprungbein (Talus) mit dem Fersenbein (Calcaneus). Es besteht aus 2 Gelenkanteilen geteilt durch den Sinus tarsi. Es wird als Steuerung des Fußes angesehen, da vom unteren Sprunggelenk der Dämpfungsmechanismus des Fußes ver- und entriegelt wird. Von hier wird also bestimmt, ob die Kräfte beim Auftreffen des Fußes auf den Boden gut absorbiert werden oder ob sie ungebremst auf den Fuß und letztlich auch auf den übrigen Körper weitergegeben werden - und ob die Strukturen, die dafür nicht geschaffen wurden, bei jedem Schritt geschädigt werden.

Umgekehrt steuert das untere Sprunggelenk auch die Verriegelung des Fußes beim Abstoß. Funktioniert das nicht, wird der nicht verriegelte, also schlaffe Fuß durch die ständigen Abstoßkräfte beschädigt und frühe Arthrosen sind die Folge.

Abhilfe

Funktionelle Stützeinlagen, welche die Funktion des unteren Sprunggelenks verbessern und die bei der Steuerung des Fußes helfen.

Ist das untere Sprunggelenk schon sehr durch Arthrose (Gelenkabnützung) befallen und zerstört, bleibt nach missglückter konservativer Therapie oft nur die Versteifung dieses Gelenkes. Danach hat der Fuß zwar diverse Defizite, wie ein schlechteres Gehen auf unebenem Grund, allerdings sind diese Patienten oft schon so sehr vom Schmerz geplagt, dass ihnen diese OP eine deutliche Steigerung der Lebensqualität bringt, weil sie endlich schmerzfrei gehen können.

Beispiele:

Fall 1

Links: In der MRT sieht man schwere Knorpelzerstörungen und Arthrosezeichen im unteren Sprunggelenk (Pfeile). 

Rechts:
Nach Fusion und Verschraubung des unteren Sprunggelenkes geht die Patientin gut und schmerzfrei.

Fall 2

Diese Patientin leidet an massiver Instabilität des ganzen Rückfußes.

Nach einer schweren Verletzung heilten zwar die Knochen, die Bänder aber nicht. Das obere und auch das untere Sprunggelenk sind zerstört. Die Patientin geht schon seit Monaten mit Rollator und entlastet das Bein völlig, weil das Bein sie nicht trägt. Dies führt zur massiven Osteoporose (Knochenerweichung).

Sowohl das obere Sprunggelenk (obere Pfeile) als auch das untere Sprunggelenk (untere Pfeile) sind zerstört und knorpellos. Überdies ist der Knochen durch die Osteoporose buchstäblich so weich wie frisches Brot.

Nach Fusion mit dem so genannten Arthrodesennagel. Beide Sprunggelenke werden entknorpelt (die Reste des zerstörten Knorpels werden entfernt) und vitaler Knochen wird dargestellt. Der Arthrodesennagel wird dann vom Fersenbein bis ins Schienbein geschlagen und mit queren Schrauben verriegelt. Damit es nicht sperrt, wird der untere Teil des Wadenbeines vorher entfernt.

Trotz der enormen Stabilität des Nagels muss die Patientin 6 Wochen im Unterschenkelgips ruhig gestellt werden. Danach beginnt die Phase des Wiedergehenlernens, da die Patientin über viele Monate nicht gehen konnte. Diese Phase war nach 3 Monaten abgeschlossen, die Dame geht jetzt schmerzfrei und sehr zufriedenstellend.