Zehenverlängerung

Zehen können angeboren zu kurz sein (Brachydaktylie und/oder Brachymetatarsie) oder durch den Arzt im Rahmen einer Operation (zu stark) verkürzt worden sein. Leider werden vielerorts noch immer Hammerzehen und andere Zehendeformitäten mit Entfernungen von Gelenken und anderen wichtigen Knochenteilen behandelt. Häufig kommt dies einer Verstümmelung gleich und wird von uns massiv abgelehnt!

Angeborene zu kurze Zehen werden mit speziellen Knochenschnitten verlängert. Dies kann meist in einer Sitzung geschehen. Manchmal werden aber zwei oder mehr Operationen notwendig. Bei größeren Verlängerungstrecken muss ein äußerer Distraktor verwendet werden. Das ist ein Apparat, der außen am Fuß angebracht wird und dessen Stäbe im Knochen verankert sind. Täglich wird ein Millimeter verlängert.

Häufig kommen PatientInnen mit furchtbar verkürzten und verstümmelten Zehen zu uns. Siehe Beispiele unten und bei "Hammerzehen" im so genannten "Horrorkabinett". Diese PatientInnen ersuchen uns um Abhilfe und um eine Wiederverlängerung der kurzen Zehen. Die Lösungen sind gut möglich, fallweise aber relativ schwierig und aufwendig.

Über die Operation bei Zehenverlängerung

Die Operationspalette reicht von echten Verlängerungen der Zehen, über "Wiederaufsetzen" einer verrenkten Zehe auf ihr entsprechendes Mittelfußköpfchen, was zu einer relativen Verlängerung der Zehe führt, bis zu Sehnenversetzungen zur Streckung einer flexibel verkürzten Zehe.

Hier einige Beispiele:

Angeborene Zehenverkürzung - Brachymetatarsie und Brachydaktylie

Am häufigsten ist der 4. Strahl (Mittelfußknochen und Zehe) von der angeborenen Verkürzung betroffen. Hier ein Beispiel der "single stage" Verlängerung, bei der die gesamte Verlängerung in einer Sitzung vorgenommen wird. Bei uns stehen jetzt auch bei dieser Operation keine Drähte mehr aus der Zehe heraus. Wir transplantieren ein Knochenstück in den zu kurzen Knochen und verlängern ihn dadurch. Eine oder zwei zarte Titanplatten sichern das Ergebnis. Die Platten können für immer bleiben und müssen nicht entfernt werden.

Noch ein Beispiel:

Diese Patientin hatte eine angeborene zu kurze 3. Zehe (Brachydaktylie) in Verbindung mit Verkürzung des III Mittelfußknochens (Brachymetatarsie) und Hallux valgus. Wir verlängerten die Zehe um ca. 3 mm und den Mittelfußknochen um etwa 4 mm. 

Vor der Operation ist die 3. Zehe stark verkürzt

Ansicht des Fußes vor und nach der Operation.

Röntgen vor und 6 Wochen nach der OP ist die 3. Zehe deutlich länger und passt nun ästhetisch und funktionell zu den anderen Zehen. Die Großzehe ist gerade gestellt und stößt nun nicht mehr an die 2. Zehe. Der ganze Fuß ist deutlich schmäler.

Obwohl die OP erst 6 Wochen zurück liegt, trägt die Patientin normale Schuhe und ist voll mobil. Der Fuß ist kaum noch geschwollen, die Narben müssen aber erst verblassen, was etwa 6 Monate dauert.

Alle Implantate sind V-tek-Produkte, entwickelt von Michael Vitek Dr. Prof inv. UAG.

Ein weiteres Beispiel:

Links: Angeborene Verkürzung der 4. Zehe und vor allem des IV. Mittelfußknochens.

Rechts: Nach der Verlängerung, welche in einer operativen Sitzung erreicht wurde.

Röntgenbilder vor und nach der OP.

Der verlängerte Mittelfußknochen füllt die Lücken mit der Zeit voll auf.

6 Operationen hinter sich: Jedes Mal wieder eine Zehenverkürzung

Bei dieser Patientin wurden in sechs auswärtigen Operationen immer wieder die Zehen gekürzt, weil sich Hammerzehen bildeten. Plötzlich waren die Zehen zu kurz (erstaunlich, oder?) und standen in alle Richtungen. Im Verhältnis dazu war die große Zehe und die 4. Zehe geradezu grotesk lang. Dies bereitete der Patientin nicht nur kosmetische Sorgen, sondern auch Probleme in Schuhen und beim Gehen durch die verloren gegangene Funktion der Zehen.

Wir verkürzten die 4. Zehe beidseits und verlängerten durch Knochentransplantate die 2. und 3. Zehe an beiden Füßen und führten auch eine Geradestellung der Zehen durch. Sowohl das kosmetische, als auch besonders das funktionelle Ergebnis kann sich sehen lassen.

Iatrogene (operativ, chirurgisch verursachte) Zehenverkürzung durch Gelenkentfernung und spätere Verrenkung im Grundgelenk

Auch bei dieser Patientin wurde schon einmal der Hallux und die Hammerzehe II in einem anderen Spital operiert. Mit dem Ergebnis war die Patientin naturgemäß nicht zufrieden.

Wir führten eine bleibende Geradestellung der großen Zehe durch und brachten die 2. Zehe mittels Sehnenversetzung zum Boden, wodurch die 2. Zehe auch wieder länger wurde.

Eine weitere Zehe, die durch einen auswärtigen chirurgischen Eingriff massiv gekürzt wurde

  • Wir haben die Zehe erfolgreich mittels Knochentransplantation verlängert. Gleichzeitig wurde auch der Hallux valgus korrigiert. 
  • Die Narben sind kaum noch sichtbar. 
  • Links: Nach der Erst OP, vor der Korrektur
  • Mitte: Unmittelbar nach unserer Korrektur
  • Rechts: Ergebnis nach 2 Monaten