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Michael Vitek Dr. Prof inv. UAG

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Tumore & Geschwülste

Auch im Bereich des Fußes gibt es gutartige und bösartige Tumore.

Bösartige Tumore sind sehr selten, aber man muss sie unbedingt bei der Diagnosestellung von Schwellungen berücksichtigen. Hilfreich sind hier neben dem konventionellen Röntgen besonders die MRT, bei der reinen Knochendarstellung auch die CT und in jedem Fall eine Blutabnahme.

Beispielhaft für gut- und bösartige Tumore seien aus einer großen Fülle von Möglichkeiten einige Beispiele genannt:


Sehnenhygrom

Die zahlreichen großen Sehnen des Rückfußes können bei Überbeanspruchung, Rheuma, Gicht, Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen aber auch aus unklarer Ursache Schwellungen ihrer Hüllen entwickeln. Scheitert eine konservative Therapie (Physikalische Maßnahmen, abschwellende Medikamente, Einlagen) werden die Schwellungen operativ entfernt. Die Prognose ist gut.

Sehnen Tendinitis
Sehnen Tendinitis
Sehnen Tendinitis
Sehnen Tendinitis
MRT eines Tumores am Fuß
MRT eines Tumores am Fuß

Die Pfeile zeigen die Schwellung der so genannten Peroneussehnen bei einem Patienten und die Darstellung in der MRT.

Miteinander vernähte Sehnen
Miteinander vernähte Sehnen

Bei der OP haben wir die Schwellung entfernt. Da die kurze Sehne schon sehr geschwächt war, wurde sie mit der langen Peroneussehne vernäht und verstärkt. Der Patient war nach kurzer Zeit beschwerdefrei.


Ganglion

Ganglien sind Aussackungen der Gelenkkapsel, und sie können eigentlich jedes Gelenk betreffen.

Zellen der Gelenkschleimhaut produzieren plötzlich mehr Schleim als notwendig. Diese galertige Flüssigkeit wird auf Grund des Platzmangels dann irgendwo am Gelenk hinausgedrückt und imponiert als pralle Schwellung. Die Schwellung ist manchmal so hart, dass die Patienten annehmen, sie hätten ein Überbein bekommen. Diese Neubildung ist absolut ungefährlich und wird nur dann entfernt, wenn Schmerzen oder Schuhdruck auftreten oder wenn sie den Patienten stört.

Wichtig ist es am Fuß genau so wie bei gleichartigen Operationen an der Hand, den schleimbildenden Stiel mit zu entfernen, da sonst das Ganglion wieder kommen kann.

Fuß mit Ganglion
Fuß mit Ganglion
Ganglion am Sprunggelenk
Ganglion am Sprunggelenk

Ein riesiges Ganglion am oberen Sprunggelenk (Pfeile). Nach der Entfernung ist die Patientin schmerzfrei und die Geschwulst kam nicht wieder.


Gutartiger Knochentumor

Diese große Knochenzyste bestand aus Fettgewebe (intraossäres Lipom). Der Patient klagte über Schmerzen und es bestand Einbruchgefahr, da der Tumor das Knochengewebe verdrängt hatte.

Der Tumor wurde ausgeräumt, die sklerotische (verhärtete) Wand der Zyste wurde eröffnet und der Hohlraum mit Kunstknochen aufgefüllt. Zur Stabilisierung wurde eine low-profile-Fersenbeinplatte montiert. Der Kunstknochen hat sich sehr gut mit dem übrigen Knochen verbunden und die Zyste heilte vollständig aus.

Röntgen eines Fußes mit gutartigem Knochentumor
Röntgen eines Fußes mit gutartigem Knochentumor
Röntgen eines Fußes mit gutartigem Knochentumor
Röntgen eines Fußes mit gutartigem Knochentumor

Die Röntgenbilder und besonders die CT zeigen das Ausmaß dieses großen Tumors.


Fertige Operation, Wundstelle noch nicht vernäht
Fertige Operation, Wundstelle noch nicht vernäht

Im OP Bild sieht man den fertigen Zustand nach Ausräumung, Auffüllung mit Kunstknochen und Verplattung.


Röntgen nach Einbau des Kunstknochens
Röntgen nach Einbau des Kunstknochens

Das Röntgen nach 8 Wochen zeigt den vollständigen Einbau des Kunstknochens in den natürlichen Knochen.




Lipom

Lipome sind gutartige Fettgewebsgeschwülste. Sie können überall vorkommen und sind am Fuß nicht häufig. Wenn sie stören, so wie in unserem Beispiel, werden sie operativ entfernt.

Heraußgeschnittenes Lipom in Glasbehältniss
Heraußgeschnittenes Lipom in Glasbehältniss

Ein vergleichsweise großes Lipom, das schon lange gestört hatte. Am Knochen sieht man bereits Schädigungen, die durch den langen Druck des zirkulären Gewächses entstanden sind. Die Entfernung war relativ mühsam.

MORBUS LEDDERHOSE

ODER: PLANTARE FIBROMATOSE

Der Morbus Ledderhose ist eine gutartige Wucherung des Bindegewebes (Plantaraponeurose) unter der Fußsohlenhaut.

Diese Verdickung und Verhärtung ähnelt der häufigeren Fingerverkrümmung an der Hand, der so genannten Dupuytren'schen Kontraktur. Ein schubweiser, über mehrere Jahre dauernder Krankheitsverlauf ist typisch.

Die Erkrankung bildet Knoten, Verdickungen und Stränge. Die Patienten haben oft Reizzustände, Entzündungen und Schmerzen und können oft nur noch schlecht gehen.

Behandlung

Die Behandlung besteht zuerst in konservativen Maßnahmen wie

  • speziellen Bettungseinlagen
  • Röntgenbestrahlungen
  • Infiltrationen
  • Stoßwellentherapie

In letzter Zeit wurden Versuche mit Bindegewebe auflösenden Injektionen (Kollagenase) gemacht.

Operation

Die Operation des Morbus Ledderhose ist der letzte Ausweg, leider ist auch damit der Krankheit manchmal nicht beizukommen, weil die Verdickungen wieder auftreten.

Die Nachbehandlung nach der OP ist langwierig und der Fuß soll nicht belastet werden. Die Patienten gehen für etwa 3-4 Wochen mit Unterarmstützkrücken. Allgemeingültige Ergebnisse können nicht angegeben werden.

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Osteosarkom

Osteosarkom
Osteosarkom

Ein sehr bösartiger Knochentumor, der glücklicherweise selten ist.

Leider ist der Patient sehr spät zur Untersuchung gekommen und wollte auch keinesfalls operiert werden. Ich sah ihn nie wieder.


Ein Appell:

Bitte lassen Sie alle Veränderungen vom Arzt untersuchen! Sie sind meist harmlos, aber die Untersuchung kann vielleicht Ihr Bein oder sogar Ihr Leben retten!

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Noch ein Tumor:

Gangrän
Gangrän

Das ist nur vermeintlich ein Tumor.

Es handelt sich um eine so genannte Gangrän. Der Patient ist zuckerkrank und hat auf seine Füße nicht aufgepasst. Diabetiker spüren ihre Füße oft nicht und merken Druckschäden und (infizierte) Geschwüre daher langsamer oder gar nicht.

Die II. Zehe musste bei diesem Patienten amputiert werden.


Noch ein Appell:

Diabetes-Patienten müssen ihre Füße sehr achten und pflegen.

Sie sollten regelmäßig professionelle, geschulte Fußpflege in Anspruch nehmen und selbst kleinste Wunden dem Arzt zeigen! Sie benötigen orthopädische Schuheinlagen und nicht selten auch orthopädische Schuhe.