Kasse: +43 1 815 52 75 Privat: +43 664 849 81 00

Unterer Fersensporn

Das ist der "richtige" Fersensporn, im Volksmund als solcher bekannt und viel häufiger als der obere Fersensporn.

Der belastungsabhängige, in der Mitte der Ferse oder etwas innenseitig davon gelegene helle Fersenschmerz hat seine Ursache fast immer im sogenannten Fersensporn. Dabei handelt es sich um eine Knochenneubildung, die bei Belastung auf das Fußsohlenlängsband (Plantarfascie) drückt und dort Entzündungen und Schmerzen verursacht. Eine röntgenologische Größenerfassung des Fersensporns ist unerheblich, da die Größe nichts mit dem Schmerzausmaß zu tun hat.

Diese typischen Schmerzen können auch bei völligem Fehlen des Spornes auftreten, dann sprechen wir von der plantaren Fasciitis (Fußsohlenentzündung).

Häufig ist auch ein kleiner Nerv, dessen Passage durch Verwachsungen behindert ist, an diesem Schmerzsyndrom beteiligt.

Behandlungsprinzip

Der Fersensporn sollte konservativ behandelt werden:

  • Wadendehnung
  • Spezialeinlage
  • Pufferabsatz
  • Gezielte Infiltrationen
  • Physiotherapie
  • Röntgenschwachbestrahlung
  • Eventuell Stoßwellentherapie
    (Diese schmerzt und hilft wenig, obwohl in letzter Zeit durch gutes Marketing sehr populär.)

Nur in einigen wenigen Fällen ist die operative Therapie angezeigt, bei welcher die über den Sporn laufenden Fasern des Längsbandes (Plantarfascie) gespalten werden. Der Sporn selbst wird dabei abgetragen. Man trachtet auch danach, die Nervenfasern zu unterbrechen.

Nachbehandlung

Entlastung mit zwei Unterarmstützkrücken für zwei Wochen.

Arbeitsfähigkeit

Bürotätigkeit kann nach zwei Wochen, schwere körperliche Arbeit nach etwa sechs Wochen begonnen werden.

Ergebnisse

Nur etwa die Hälfte der operierten Patienten wird wirklich beschwerdefrei, bei etwa 15 % tritt durch die Operation keine Verbesserung in Bezug auf ihre Schmerzen ein.

Daher ist bei der Therapie des Fersenspornes die konservative Therapie vollständig auszuschöpfen, eine Operation sollte man erst nach einer Behandlungsdauer von mindestens sechs Monaten anstreben.

Umgekehrt stellt die Operation in "verzweifelten" Fällen, in denen die konservative Behandlung keinerlei Schmerzlinderung bringt und weitere genaue Untersuchungen auch auf keine andere Diagnose hindeuten, doch eine gute Chance, die Beschwerden loszuwerden.

Komplikationen

Infektionen in etwa 2 Prozent, selten Wundheilungsstörungen, sehr geringe Thrombosegefahr.


Beispiel:

Röntgen des Fersenbeines mit oberen, unteren und zusätzlichem zweiten unterem Fersenspornes
Röntgen des Fersenbeines mit oberen, unteren und zusätzlichem zweiten unterem Fersenspornes

Ein spornreicher Fuß

Gelber Pfeil: Der eigentliche Fersensporn ist der untere.

Roter Pfeil: Oberer Fersensporn

Grüner Pfeil: Ein zusätzlicher kleiner unterer Fersensporn